Sonntag, 19. November 2017

Die große Stille


Stille- vor allem daraus lebt dieser Film, diese Dokumentation, wie es der Titel schon sagt.  Es wird das Leben der Kartäuser gezeigt und zwar in ihrer Ursprünglichkeit. Dies war die Voraussetzung, wie man es in den Extras lesen kann.
In der ersten Einstellung ist ein Mönch zu sehen, der betet. Er bewegt sich dabei nicht, es herrscht einfach nur Stille. Dann ein Feuer und zum ersten Mal gibt es eine Unterbrechung durch eine Bibelstelle. – Auch hier: Ohne Musik, nur diese Bibelstelle. Es kommt noch ein paar Mal während des Filmes  vor.

Nach mehr als 18 Minuten sind zum ersten Mal Worte zu hören: Die Mönche beten miteinander.

Gezeigt werden die Mönche in ihrer Zelle, beim Gebet, beim Bibelstudium (hier ist zu sehen, dass auch die Konkordanz aufgeschlagen ist) beim Essen (auch hier ist die Bibel aufgeschlagen und wird gelesen), bei ihren Arbeiten.

Von einigen der Mönche wird eine Frontalaufnahme des Gesichts gezeigt.

Das Gemeinschaftsleben ist zu sehen: Die Mönch auf dem Weg zum Gebet, bei den gemeinsamen Gebeten. Hier auch die Aufnahme von zwei Mönchen in die Gemeinschaft. Und einem Novizen wird die Zelle übergeben, in der er nun leben wird.
Interessante Einblicke, so erfährt man, dass jeder den „Engel des Herrn“ an der Stelle betet, an dem er sich gerade aufhält.
Die Feier eines Hochfestes wird gezeigt, ich vermute, dass es sich um Fronleichnam handelt, von den Szenen, die zu sehen sind.
Sonntags ist das Mittagessen gemeinsam. Die Gefäße, die sonst dem jeweiligen Mönch in die Zelle gestellt werden, stehen nun auf ihren jeweiligen Platz im Refektorium. Anschließend wird ein Spaziergang gemacht, bei dem man sich unterhalten kann. Es sind keine Gespräche über Weltliches, doch wenn jemand eine Reise… antritt, dann wird sich schon danach erkundigt. Und sie haben auch ihren Spaß dabei, dies ist besonders an einem Spaziergang im Winter zu sehen.

Ein älterer, blinder Mönch scheint zu seinem Leben befragt worden zu sein, jedenfalls ist dies aus dem, was er sagt zu erschließen. –Die Antworten mal gut mitlesen. Hier zwei Antworten:
„Umso stärker man sich Gott nähert, umso glücklicher ist man.“
„Ich danke Gott oft dafür, dass er mich erblinden ließ. Ich bin sicher, dass er es zum Wohle meiner Seele hat geschehen lassen.“

Die Ursprünglichkeit der Natur ist zu sehen.

Es gibt Momentaufnahmen der Räume und deren Gegenstände.

Egal, was zu sehen ist: Es wird nichts kommentiert, es wird keine Musik eingespielt. – Alles in Stille. Die Geräusche der Natur und der Arbeit sind zu hören, auch das Glockengeläut. Lediglich das, was die Mönche miteinander sprechen, wird als Untertitel übersetzt.
Mit Katzen scheint man auch immer sprechen zu dürfen.J


In den Extras zu diesem Werk kann man lesen, dass der Filmemacher Philip Gröning fast ein halbes Jahr in dem Kloster mit lebte um dort drehen zu dürfen. Es wurden ihm jedoch Bedingungen gestellt: Kein künstliches Licht, keine zusätzliche Musik, keine Kommentare, kein zusätzliches Team, nur Philip Gröning alleine.

Ein Film, den man sich bewusst ansehen sollte, er ist nicht „für einfach so nebenbei“ geeignet. Es sind 160 intensive Minuten.


Auf Youtube leider den Film nur ohne Untertitel gefunden: 

Sonntag, 12. November 2017

Broken Silence


„Alle unsere Probleme beginnen damit, dass wir nicht zu Hause bleiben“ Dieses Zitat von Blaise Pascal ist einer der ersten Sätze des Filmes aus dem Jahre 1995 und kann mehrdeutig sein. Doch die Antwort darauf wird während der Geschichte deutlich.
                                 
Die Geschichte beginnt in New York, hier spielt die Rahmenhandlung, ein Beichtgespräch. Schon bei der Frau, die im Beichtstuhl ist lohnt es sich zuzuhören, denn so wie diese Maria sehen auch heute (leider) viele einen Priester, eben nicht als Priester. Genauso überraschend, wie Pfarrer Mulligan im Beichtstuhl dargestellt wird: zum einen ein Mobiltelefon, zum anderen einen Flachmann. Der Humor, mit dem dieses Werk gespickt ist, kann man hier schon erkennen.
Diese Rahmenhandlung ist genauso interessant, wie die ganze Geschichte, es ist nicht einfach nur Zugabe.

Nun beginnt die Darstellung: Pater Fried Adelphi, der die Stille gewohnt ist, sitzt in einem Flugzeug. Da der Pachtvertrag für sein Kloster ausläuft, soll er die Besitzerin suchen. Zu erkennen: Wie sehr ihn die Stille geprägt hat, wie unbeholfen er wirkt und etwas naiv ist. Neben ihm Ashaela, eine junge, fröhliche Frau, die versucht mit ihm ins Gespräch zu kommen. Die beiden werden im Laufe des Geschehens zusammen sein, dann Fried hat kein Geld und Ashaela bezahlt. Woher sie dieses Geld hat ist schon ziemlich zu Beginn zu sehen. Dabei prägt jede der beiden Personen die andere. Ashaela hat dabei mehr, Einfluss auf Fried, als umgekehrt.
Durch ganz Indien geht die Reise nach Indonesien bis zur Besitzerin des Klosters. Dieser Weg dauert ziemlich lange und ist manchmal auch etwas abenteuerlich.
 Es entstehen gute Gespräche zwischen den beiden.
Fried ist vom klösterlichen Leben geprägt, betet daher die Tagzeitenliturgie, wenn es möglich ist, auch sehr früh morgens. Als er einmal 20 Stunden schläft, will er all die verpassten Gebete nachholen. Ashaela kann es nicht begreifen.. Die Antwort von Fried: „Aber ich muss doch!“ Darauf die Erwiderung: „ Wieso, wen störst? Du hast die Regeln doch sowieso schon gebrochen.“ Und sie gibt zu bedenken, dass dieser Schlaf ihm gut getan hat. Immerhin versucht Fried danach ein wenig über das Leben der Kartäuser zu erklären. – Dann kommt die Szene, die oben in Englisch zu sehen ist.
„Du sperrst dich selbst in eine Zelle ein, dein ganzes Leben lang und weißt nicht einmal, ob Gott existiert?“,  so die Frage von Ashaela, die versucht zu verstehen. Es lohnt sich beim weiteren Gesprächsverlauf zuzuhören. Ashaela stellt eine wichtige Frage, die uns zeigen kann, wie wir Christen vielleicht manchmal ankommen.
So ist es auch mit einem Teil von Frieds Kleidung, die Ashaela einfach wegwirft. Wie Fried darauf reagiert, ist zu sehen und zu hören.
Dann gibt es eine Sache, die beide etwas verschieden sehen. Ashaela spricht von Zufall, Fried von Vorhersehung. Es endet aber damit dass Ashaela sagt: „Bitte keine religiösen Themen mehr!“ Doch sie selbst beschäftigen spirituelle Fragen, sie ist auf der Suche nach der Wahrheit.
Es stellt sich heraus, dass beide eine unterschiedliche Sichtweise vom Leben haben, denn für Ashaela hat Fried kein Leben hinter sich. So meint sie: „Du hast dein ganzes Leben in einer Zelle verbracht, als ob du tot wärst! Leben ist Bewegung!“ Als Fried jedoch einen Schritt weitergeht und davon spricht, dass er sich sein ganzes Leben auf den Tod und das ewige Leben vorbereitet, flieht Ashaela. Der Grund dafür ist während des Filmes zu erfahren.
 Auf dieser Reise erfährt Fried seine menschliche Schwäche. „Wissen Sie, warum ich in diesen strengen Orden eingetreten bin, in dem man sich nichts vormachen kann? Weil ich ein klares Leben führen wollte, weil ich Schluss machen wollte mit der Gier, mit den Lügen und den Heucheleien. Ich wollte ein Leben, das frei ist, von menschlichen Schwächen, die anderen nur Leid zufügen…. Aber dann sah ich mich da oben stehen und auf einmal war ich wieder dieser elendiger Wurm“, so Fried bei der Beichte.
 Fried findet die Frau der das Kloster gehört und bekommt mehr, als er erwarten kann.
Aus Nächstenliebe bricht er noch ein paar Gebote  und erfüllt somit Ashaelas letzte Wünsche.

Wie man unschwer an der Sprache erkennen kann, handelt es sich um einen Schweizer Film. Während des Drehs in Indien sind verschiedene Situationen, die das Team mitbekommen hat, einfach in den Film mit aufgenommen worden. So kann man ein wenig von der Kultur kennenlernen.
Colonel Kappor, den einige aus Bollywoodfilmen kennen, ist in diese Handlung auch zu sehen.







Sonntag, 5. November 2017

Aufgeben gibt's nicht - Paulus im Sturm



Dieser Kinderfilm stammt aus der Serie Superbuch.  Zwei Kinder reisen durch das Superbuch in die Zeit der Bibel. Diesmal erleben Sie Paulus
Dieser ist zu Beginn des Filmes zu sehen, wie er angeblich einen Aufruhr anzettelt. Daher wird er verhaftet.
Dann erst wird der offizielle Beginn des Filmes gezeigt:
Professor Quantum ist mit seinen beiden Kindern in einem Land, welches von einer Naturkatastrophe getroffen wurde, um zu helfen. Auch Chris und Joy sowie der Computer Gizmo  sind dabei. Joy merkt bald, dass es sehr schwierig ist zu helfen. In dieser Situation bringt Superbuch die drei zu Paulus, der inzwischen Gefangener auf einem Schiff ist. Hier erzählt Paulus, wie es dazu kam, dass er ergriffen wurde.
Das Schiff gerät in einen schlimmen Sturm, doch Paulus ist zu allen hilfsbereit und betet für alle. In dieser Situation erscheint ihm ein Engel, der sagt, wie es ausgehen wird.
Die Kinder bewundern Paulus, als sie sehen, wie er mit der Lage umgeht: „Er ist sich so sicher! Er hat nie seinen Glauben verloren. Niemals!“, so Joy
Zwischendurch bekehrt Paulus einige Leute zum Glauben an Gott und Jesus Christus.
Als die Kinder wieder im Dorf mit den Flutopfern sind, haben sie verstanden und nehmen alles an.

Eltern sollten die Sendung auf alle Fälle mit ihren Kindern zusammen ansehen, denn Paulus wird teilweise wörtlich zitiert. Es wird zwar im Film gezeigt, was dies heißt, aber es kann den Kindern erklärt werden.

Frei gegeben ist der Film ohne Altersbeschränkung, es emphiehlt sich aber, dass die Kinder schon etwas älter sind um einiges zu verstehen.
 Für 9,95 € kann der Film hier bestellt werden

Unter den Extras kann ein älterer Zeichentrickfilm  -  "Wahre Freunde" -  gesehen werden. Dieser spielt in der Zeit Jesu. Es geht darin um den Gelähmten, den seine Freunde durch das Dach lassen.
Hier ist vor allem zu sehen, wie es zu der Lähmung kam und wie Freunde damit umgehen, aber eben auch die Heilung durch Jesus, so wie das Geschehen in der Bibel steht.

Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Gerth Medien und dem Hänssler-Verlag entstanden.





Sonntag, 29. Oktober 2017

Silence


Japan im 17. Jahrhundert
Im Land herrscht eine grausame Christenverfolgung. Es ist die Zeit, in der auch die Märtyrer in Japan wirkten, derer die katholische Kirche am 28. September gedenkt.

Zwei junge Jesuiten erhalten Nachricht, dass ein Mitbruder, Pater Cristóvão Ferreira, der wohl ihr Novizenmeister war und in Japan ist, zwar noch lebt, aber vom Christentum abgefallen sei. Das wollen Pater Rodrigues und Pater Garupe  nicht glauben und machen sich daher im Jahre 1638 auf den Weg nach Japan.
Die Überfahrt nach Japan wird von einem Mann namens Kichijiro gemacht, bei dem man zunächst den Eindruck hat, dass er nur aufgrund des Alkohols so reagiert. Im Laufe des Filmes spielt er noch eine nicht ganz unbedeutende Rolle.
Auch wenn die beiden Patres in Japan sind und auch dorthin wollten: Der Aufenthalt ist immer wieder von mehr oder weniger Angst begleitet. – Aber auch die Angst der Christen vor Ort ist erkennbar und gleichzeitig ihr Mut und ihr Durchhaltevermögen, selbst wenn sie sich verstecken müssen.
Es sind Kleinigkeiten, die den starken Glauben zeigen. So fragt Pater Rodrigues nach der Ankunft in einem Dorf, als er eine Mahlzeit bekommt: „Sie essen nicht?“ Die Antwort lautet: „Sie sind es doch, die uns nähren.“
Was die Christen durchmachen, wie sie sich verhalten müssen, erkennt man aus dem Kommentar: „Sie leben wie Vieh und sie sterben wie Vieh.“
 Die Patres verstecken  sich, treffen sich nur in der Nacht mit den Christen. – Diese können seit vielen Jahren das erste Mal wieder Messe feiern und die Sakramente empfangen. In einem anderen Dorf merken die Priester, wie sehr sie den Menschen von Nutzen sind.
Während die beiden Priester sich verstecken, will jemand in der Nacht sie sprechen.
Ein spannender Augenblick, denn es sind nicht die Christen, die dieses Versteck zugewiesen haben. Wie sollen die beiden handeln? Sich versteckt halten? Sich zeigen?
Ähnlich, als die beiden mit dem Boot sitzen, um in ein anderes Dorf zu kommen: Können sie den Menschen vertrauen, die auf einmal am Boot erscheinen?  
Die japanischen Christen sind bereit in den Tod zu gehen, nur damit die Patres überleben können, zumindest fast alle. Es gibt auch welche, die Angst haben. Trotzdem werden die Priester beschützt. Dafür sind vier Japaner bereit, sich als Geisel nehmen zu lassen. Was dies bedeutet, ist im Film zu sehen.
Die Patres schauen bei vielem zu, selbst, als sie auch schon gefangen sind. Doch: Sind sie bereit einzugreifen? Sind sie bereit, selbst Folter auf sich zu nehmen?
„Du redest nicht wie ein guter Priester! Wenn du ein echter Mensch wärest, ein wirklich guter Priester, dann hättest du Mitleid mit den Christen.“ Diese Worte hört Pater Rodrigues an späterer Stelle vom japanischen Inquisator. Und weiter: „Der Preis für deinen Ruhm ist ihr Leiden.“ Als er dies zu hören bekommt, ist er schon ein Gefangener. Genauso wie der andere Pater, der im Laufe des Filmes den Tode erfährt.

Rodrigues ist sich sicher, im Glauben standhaft zu bleiben: „Wollen Sie meinen Glauben prüfen? Ich stelle mich der Herausforderung!“ Und er wird wirklich sehr geprüft. Es ist unglaublich, was er durchmachen muss. Zudem wird ihm dann an einer Stelle, an der er wirklich sehr mitleidet und nicht eingreifen kann, gesagt: „Das ist abscheulich, ganz abscheulich! Egal, wie oft man dabei zusieht! Überlegen Sie, welches Leid ihr über all diese Menschen gebracht habt! Nur wegen eures selbstsüchtigen Traums von einem christlichen Japan!... Sie sind willenlos! Sie verdienen es nicht, dass man Sie einen Priester nennt.“
 Wie dies ausgeht, ist im Film zu erfahren.

Zumindest Pater Rodrigues tritt Pater  Ferreira. Er trifft ihn in einer Situation, in der er schon nicht mehr daran glaubt. Eingeblendet wird hier, was Ferreira zum Teil durchgemacht hat.

Im letzten Teil des Filmes ist es nicht mehr Pater Rodrigues, der den Teil des Erzählers übernimmt, es wird aus der Sicht eines Niederländers geschildert.
 Dieser Teil zeigt, warum der Film Silence – Stille/Schweigen heißt. 
Ein Ende, wohl anders als erwartet und es lohnt sich, darüber zu diskutieren. Ein Finale aber auch, welches viele Vermutungen zulässt.
Dieser beeindruckende Film lädt ein, sich selbst zu überlegen, wie wir in den jeweiligen Situationen reagieren würden.

 Der Film basiert auf den Roman  Chinmoku (dt. Schweigen) des  japanischen Autors Endō Shūsaku, der römisch-katholisch ist.

Noch eine kurze Bemerkung zum historischen Hintergrund des Filmes:
Eigentlich war Japan zunächst für andere Religionen relativ offen eingestellt. Zwar blieben viele gegenüber dem Christentum misstrauisch, aber es wurde erlaubt. Es waren besonders Portugiesen und Spanier, die den katholischen Glauben nach Japan brachten. Erst als der  englische Seefahrer William Adams, ein Protestant, in diesem Land strandete wurde die Situation anderes, besonders auch, weil  England und Portugal im Krieg waren. So wurde Japan für fast alle Europäer geschlossen. Nur Niederländer durften noch in das Land. Hinzu kam noch der sogenannte Shimabara-Aufstand , der von christlichen Bauern ausging.
Was hier an Folterungen gezeigt wird, oder wie Christen auf anderem Wege von ihrem Glauben abschwören sollen, hat so  stattgefunden.
Pater Cristovao Ferreira lebte  in der Zeit von 1580 bis 1650. Nach grausamen Folterungen widersagte er dem Christentum
Die Figur des Paters  Sebastião Rodrigues basiert auf den italienischen Jesuiten Giuseppe Chiara, der in Japan wirkte.
Genauso gab es den Oberen, den man zu Beginn des Filmes sieht, Pater Alessandro Valignano .

Die DVD kann für 15,00 € hier bestellt, werden, Blu-ray für 15,00 € hier. Er hat eine Lauflänge von 155 Minuten 
Freigegeben ab 12 Jahren, doch ich emfpinde es als ratsam, ein Kind in diesem Alter den Film entweder nicht alleine anschauen zu lassen, oder auch vorher den Film selbst ansehen und überlegen, ob das Kind es schon verkraftet.

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Gerth Medien




Sonntag, 22. Oktober 2017

In den Schuhen des Fischers





Schnee – nichts als Schnee. So beginnt dieser Film.
Die Szene spielt in Sibirien. Der Gefangene Lacota soll sich beim Kommandanten melden. Er wird zum Ministerpräsidenten gebracht, nachdem er 20 Jahre in Gefangenschaft war. „Ich habe gelernt dass der Mensch ohne Liebe wie eine Traube am Stock verdorrt.“, so Lacota über diese Zeit. Und er fühlt sich frei.
 Lacota, der Erzbischof von Lemberg ist wird in den Vatikan gebracht. Er wird von einem Priester abgeholt, dessen Lehre von der katholischen Kirche nicht anerkannt wird.
 Als Lacota in Rom ankommt, wird er sofort von der Presse umlagert. Es lohnt sich, die Antworten bewusst anzuhören, die er gibt. Natürlich wird er auch gefragt, ob man ihn erlaubt hat, sein „priesterliches Amt“ auszuüben.
Auf die Frage, ob der römisch-katholische Glaube sich einmal in Moskau frei entfalten kann, antwortet er: „Ich habe keine internen Informationen, wie und an welchem Ort das Reich Gottes errichtet werden soll.“
 Sofort nach seinem Eintreffen im Vatikan wird Kyrill Lacota zum Kardinal erhoben. – Ein Amt, nach dem der nicht strebt.
 Dann stirbt der Papst.  Es beginnt das Konklave. Auf etwas ungewöhnliche Art und Weise wird Kyrill Lacota zum neuen Papst gewählt, fast könnte man schon schreiben: ernannt. Und dies obwohl – oder vielleicht gerade weil – Lacota erzählt was er alles während der Gefangenschaft gemacht hat, um das Überleben auch anderen zu ermöglichen.
Schon als Lacota aus der Gefangenschaft freigelassen wird, wird ihm gezeigt, dass die Welt kurz vor einem Krieg steht. Nun wird er gefragt, ob er bereit ist zu vermitteln. Er nimmt an. Doch dem Vertreter von China ist dies nicht genug, da Kyrill Lacota zwar Botschaften an alle möglichen Länder senden kann, aber nichts verliert, sondern als Friedensstifter dasteht.
„Es kann mich vielleicht den Kopf kosten, wenn ich mit leeren Händen heimkomme, dass ich mein Risiko“, so Peng, der Führer der Chinesen. „Und was ist Ihres?“ lautet die Frage an den neu ernannten Papst. Er antwortet in dieser Szene nicht, doch zum Schluss des Filmes gibt es eine Nachricht vom Ponifex, die darüber Auskunft gibt.

Keine kleine Nebenrolle spielt Pater Telemond, dessen Schriften verurteilt werden. Lacota will ihn trotzdem um sich haben, diskutiert mit ihm auch über dessen Schriften.
Pater Telemond muss sich von einem Gremium die verschiedensten Fragen stellen lassen. Eine davon lautet: „Die Tötung dieses Steinzeitmenschen, durch einen anderen Menschen, war sie Recht oder Unrecht?“

Derjenige, der den Film gedreht hat, muss sich sehr gut ausgekannt haben. Es ist unschwer zu erkennen, dass das Wirken von Papst Johannes XXIII mit hineingespielt hat, wie auch seine einfache Art.  Weiterhin erinnert Pater Telemond doch sehr an  Teilhard de Chardin
Zu erkennen ist auch, dass dieser Film bald nach dem  2. Vatikanischen Konzil gedreht wurde. – Das Ende spricht dafür,  dass einer der ersten Änderung, wenn nicht sogar die erste Änderung, die Papst Paul VI vorgenommen hat, auch in den Film Einfluss genommen hat.

Ein empfehlenswerter Film, auch wenn anders als das Buch. 




Ein wenig über das gleichnamige Buch kann man bei Lara liest  nachschauen.

Sonntag, 15. Oktober 2017

Johannes XXIII - Ein Leben für den Frieden



Quelle: Fotolia

Leider wird nicht das ganze Leben von Angelo Roncalli in diesem Film gezeigt.
Es beginnt mit seinen letzten Tagen als Patriarch von Venedig. Papst Pius XII ist gestorben und so gibt es ein Konklave, zu dem auch Roncalli einberufen wird.
„Ich werde nicht Papst, denn ich bin doch nur ein armer Landpfarrer“, so einer der ersten Sätze in diesem Film. Und das wollte er wirklich immer sein, ein Landpfarrer; im Film ist zu merken, welch einfach Mensch er war.
Wer kommt als neuer Papst in Frage? Eine kirchenpolitische Entscheidung, wie gut zu sehen ist, denn es wird überlegt, wen man zum Papst wählen könnte. Schließlich heißt es von einem der Kardinäle: „Was wir jetzt brauchen, in dieser Zeit, ist ein Papst des Übergangs. Ein Mann, in einem gewissen Alter. Keinen, der verrückte Ideen hat. Einen harmlosen, einen, den wir reiten können, Schritt für Schritt.“
Gut kann man auch die Einstellung von Roncalli schon vor der Papstwahl mitbekommen. Diese in verschiedenen Gesprächen zu hören.
Als Roncalli dann schließlich zum Papst gewählt worden ist, hört man ihn betend eine Frage stellen, die sich wohl jeder stellt, der eine Berufung in sich spürt.

Die Aussage über den Fußkuss und die Gehälter der Angestellten und manch anderes sind kein bloßes Beiwerk, sondern beruht auf dem, was Johannes XXIII wirklich durchgesetzt hat.

Die Friedensbemühungen des Papstes sind in diesem Werk deutlich zu sehen. Daher auch der Titel. Unmissverständlich erklärt er: „Unsere Waffe ist das Kreuz, nicht das Schwert!“
„Die Kirche, denke ich, muss dort sein, wo ihre Gläubigen sind“…“Unsere Sache ist es, für Christus Zeugnis abzulegen.“, so Johannes XXIII, als ihm empfohlen wird, kirchliche Diplomaten zurückzuziehen.
 Genauso seine unkonventionelle Art, etwas anzugehen. Er trifft seine Entscheidungen alleine.

Die Ankündigung des Konzils und alles, was damit zu tun hat, ist eines der Hauptthemen, inklusive der Ökumene, die heute leider immer noch von einigen Katholiken als falsch angesehen wird.

Immer wieder ist in diesem Film die Sprache von Kardinal Jossyf Slipyj. Dieser kam in Wirklichkeit erst 1963 frei, doch es ist den Bemühungen von Johannes XXIII zu verdanken. Erst beim Treffen mit dem Schwiegersohn von  Nikita Chruschtschow brachte der Papst dieses Anliegen vor.


Ein kurzer Beitrag zu diesem Heiligen ist hier zu lesen.



Sonntag, 8. Oktober 2017

Der kleine Weg zur Heiligkeit - Therese von Liseux






In der Reihe „Meine himmlische Familie“ stellt der Sender EWTN immer wieder Heilige für Kinder vor. Heute handelt es sich um eine Heilige, deren Gedenktag wir am 01. Oktober feiern konnten, die kleine Therese oder auch Therese von Lisieux.

Die Geschichte der kleinen Therese ist von einer Rahmenhandlung umgeben. Ein kleines Mädchen möchte eine große Heilige werden, dafür will sie natürlich etwas Heldenhaftes machen.
 Da die Tochter heilig werden möchte, meint die Mutter zu ihr: „Na, um heilig zu werden, kannst du ja damit beginnen, dein Zimmer aufzuräumen.“
So beginnt die Mutter dann die Geschichte der kleinen Therese zu erzählen und zeigt ihr damit auch, was das Zimmer aufräumen mit Heiligkeit zu tun hat. Die wichtigsten Stationen ihres Lebens werden kindgerecht wiedergegeben.

Sehr gut kommt wird die Botschaft weitergegeben: Alles aus Liebe zu Gott tun.

Immer wieder wird die Erzählung von der Rahmenhandlung unterbrochen, da die Mutter der Tochter einiges erklärt, Fragen beantwortet oder einfach um  zu erzählen.
 Genauso überlegt die Tochter laut, was es wohl für sie im heutigen Leben heißt, den kleinen Weg zu gehen.
Zum Schluss ist an einem Beispiel zu sehen, dass die Eltern sich auch an den kleinen Weg halten.



Etwas schade ist, dass die Bewegungen der Lippen nicht zu dem passen, was erzählt wird.


Da der Film nicht auf Youtube zu sehen ist, kann ich leider kein Video einbetten. Aber hier ist ein Video zu sehen.

Einen Betrag über das Leben der kleinen Therese habe ich hier geschrieben